Tutorial: Wie du das Einspielen ideal für dich nutzt

Einspielen macht man, um den Körpers aufzuwärmen. Kann man so sehen. Oder man nutzt es zum eigenen Vorteil.


Ein paar Bälle hin und her. Zwei bis drei Volleys. Drei Schmetterbälle. Vier Aufschläge auf die Einstandseite. Vier auf die Vorteilseite. Und los geht’s. Viele Spieler gehen mit dem Einspielen um wie mit einem offenen Buch, was sie einfach zuschlagen ohne einen Blick reinzuwerfen. In diesem Buch würden sie wichtige Informationen über ihren Gegner finden. Was dieser eventuell gut machen wird im bevorstehenden Match. Und was vielleicht eher weniger gut. Das Buch würde verraten, wie sich der Gegner bewegt. Ob er gut nach vorn laufen kann. Oder ob er seine Stärken eher bei der Bewegung nach rechts und links besitzt.
Dieser Artikel wird dir verraten, wie du dieses offene Buch nutzt, anstatt es einfach blind zuzuschlagen.

Schau genau hin

Beim Speed Dating hat man nur wenige Minuten Zeit, um sein Gegenüber kennenzulernen. Innerhalb weniger Momente muss man sich ein möglichst genaues Bild machen. Stärken und Schwächen abwägen. Schauen, was man mit dem vorhandenen Material auf der anderen Seite anfangen kann – und was nicht. Das Einspielen ist ähnlich. Bis auf das viele Spieler ihr „Speed Date“ erst gar nicht anschauen und beachten. Kennenlernen wird so unmöglich.

Deine Aufmerksamkeit ist also gefragt. Du musst genau beobachten, was dein Gegner im Einspielen treibt. Wie er sich bewegt. Wie seine Technik bei Vor- und Rückhand wirkt. Ob er lieber mit Spin spielt – oder lieber gerade. Schon vom ersten Ball an kannst du dich auf die Suche nach Stärken und Schwächen deines Gegners machen.
Zum Beispiel kannst du beim Einspielen analysieren:

  • Beinarbeit
  • Technik
  • Tempo
  • Spin im Schlag

Durch diese Informationen kannst du einen Steckbrief deines Gegners erstellen, bevor ihr den ersten Punkt im Match gespielt habt. Mit einem Steckbrief erhältst du ein wesentlich informativeres Bild von deinem Gegner, als wenn du ihn beim Einspielen erst gar nicht beachtest. Natürlich ist dein eigener Rhythmus wichtig. Natürlich sollst du dich an die Umstände auf dem Platz gewöhnen. Natürlich sollst du gut in Schlag kommen. Doch ist dein Gegner auf der anderen Seite ebenso wichtig wie du.

Erstelle einen Steckbrief

Ein Steckbrief beschreibt in Stichworten eine Person. Dazu gehören gewisse Eigenschaften und Vorlieben. Was mag diese Person gern? Was zeichnet die Person aus? Was charakterisiert diese Person? Die Idee des Steckbriefes kannst du wunderbar für jedes Einspielen nutzen. Erstelle diesen Steckbrief in deinen Gedanken. Stelle dir eine Pinnwand vor. Auf diese heftest du zunächst das Gesicht deines Gegners. Anschliessend pinnst du verschiedene Schlagwörter an deine Pinnwand – neben das Gesicht deines Gegners. Beobachte genau, was dein Gegner treibt. Und hefte alle wichtigen Infos wie beim Brainstorming an deine Pinnwand.

Solche Infos könnten sein:

  • Faule Beine
  • Viel Zug in der Vorhand
  • Rückhand scheint schwach und unsicher zu sein
  • Unkontrollierte Länge in den Grundschlägen
  • Wirkt sehr sicher
  • Merkwürdige Technik bei der Vorhand

Du siehst, du kannst deine Pinnwand und somit deinen Steckbrief mit unterschiedlichsten Eigenschaften deines Gegners füllen. Beginnt das Match, hast du ein erstes Bild von deinem Gegner. Er ist dir kein komplett unbekannter Spieler mehr. Sondern jemand, den du einschätzen kannst. Nutze also das Buch, welches das Einspielen für dich bereithält. Und profitiere soweit es geht davon.

(Text: Marco Kühn, mit freundlicher Genehmigung Tennis-Point GmbH)

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